Im Kindergarten ist der Advent eine besondere Zeit. Die Kinder zählen die Tage, fragen jeden Morgen nach dem Türchen und sind gleichzeitig schnell überreizt von Lichtern, Liedern und Vorfreude. Ein gemeinsamer Adventskalender kann hier viel leisten: Er gibt dem Morgen einen festen Ankerpunkt und macht das Warten für die Kleinen sichtbar.
Anders als in der Schule brauchen Kita-Kinder kürzere Einheiten, mehr Bewegung und mehr Gelegenheiten, selbst etwas zu tun. Die folgenden Ideen sind deshalb bewusst einfach gehalten und lassen sich in fast jeden Morgenkreis einbauen.
Der Adventskalender als fester Teil des Morgenkreises
Legt das Türchen an eine feste Stelle im Ablauf, zum Beispiel nach dem Begrüßungslied. Ein kleines Zeichen hilft beim Übergang: eine LED-Kerze, die angeschaltet wird, oder ein Glöckchen. So wissen auch die Jüngsten, was jetzt kommt.
- Kurz halten: Fünf bis zehn Minuten reichen für Türchen und Aktion.
- Gleicher Ablauf: Zeichen, Türchen, kleine Aktion, Abschlusslied.
- Wochenende einplanen: Am Montag öffnet ihr die Türchen vom Wochenende gemeinsam oder wählt eines davon aus.
Wer darf heute öffnen?
In einer Kita-Gruppe ist diese Frage noch wichtiger als in der Schule. Ein Bildplan mit Fotos oder Symbolen der Kinder zeigt, wer wann dran ist. Bei großen Gruppen öffnen zwei Kinder gemeinsam, das stärkt nebenbei das Miteinander. Das Türchen-Kind darf zusätzlich das Lied auswählen oder die Kerze anschalten. Gerade zurückhaltende Kinder freuen sich über diese kleine Rolle.

Malen und Gestalten im Advent
Viele Kinder kommen über das Malen gut zur Ruhe. Ein Malbuch-Adventskalender verbindet beides: Jeden Tag gibt es ein Bild zum Ausmalen und dazu eine kurze Geschichte zum Vorlesen. Das passt gut in die Freispielzeit nach dem Morgenkreis oder in eine ruhige Phase am Nachmittag.
- Vorlesen im Kreis: Die Geschichte wird gemeinsam gehört.
- Malen am Tisch: Jedes Kind gestaltet das Bild in seinem Tempo.
- Sammeln: Die fertigen Bilder hängen an einer Leine und wachsen bis Weihnachten.
Der Malbuch-Adventskalender ist ab 4 Jahren gedacht und eignet sich deshalb gut für die Vorschulgruppe. Weitere Ideen zum Gestalten findest du in der Themenwelt Basteln und Malen.
Bewegung gegen den Dezember-Trubel
Die Kinder sind im Winter oft weniger draußen und haben trotzdem viel Energie. Eine kurze Bewegungsaktion nach dem Türchen hilft, die Aufregung abzubauen. Das kann ein Bewegungslied sein, ein Spiel wie „Schneeflocken fallen leise“ oder eine kleine Übung, bei der alle Rentiere oder Sterne darstellen. Für ältere Kita-Kinder und den Übergang in die Schule gibt es den Bewegungs-Adventskalender, der für Klasse 1 bis 4 gedacht ist, sich aber mit der Vorschulgruppe gut ausprobieren lässt.

Mutmach-Momente für die Gruppe
Der Advent ist auch eine gute Zeit, um über Gefühle zu sprechen. Kurze Geschichten, in denen Figuren sich etwas trauen oder einander helfen, laden zum Gespräch ein. Fragt danach einfach: „Wann hast du dich schon mal etwas getraut?“ Die Kinder erzählen oft erstaunlich offen. Der Mutmach-Adventskalender ist für Kinder von 5 bis 10 Jahren geschrieben und lässt sich gut im Morgenkreis vorlesen.
Wer lieber mit Gesten arbeitet, kann eine kleine Mutmach-Geste einführen: Hand aufs Herz oder ein Daumen hoch für das Kind, das heute etwas Neues probiert hat. Mehr dazu, wie ihr im Advent das Miteinander stärkt, steht im Beitrag Klassengemeinschaft stärken im Advent.
Material für deinen Unterricht
- Mein Malbuch-Adventskalender Malbuch mit Geschichten · ab 4 Jahren
- Der Bewegungs-Adventskalender Adventskalender · Klasse 1 bis 4
- Der Mutmach-Adventskalender Buch zum Vorlesen · 5 bis 10 Jahre
Häufige Fragen
Ab welchem Alter eignet sich ein Adventskalender in der Kita?
Schon Kinder ab etwa 3 Jahren freuen sich über ein tägliches Türchen. Für die Jüngsten reichen ein kurzes Lied und ein Bild, Vorschulkinder können längeren Geschichten folgen.
Wie lange sollte die Adventszeit im Morgenkreis dauern?
Fünf bis zehn Minuten sind genug. Wichtiger als die Länge ist, dass der Ablauf jeden Tag gleich bleibt.
Was tun, wenn ein Kind an seinem Tag fehlt?
Das Kind darf einfach am nächsten Tag, an dem es da ist, ein Türchen öffnen. Ein Bildplan macht für alle sichtbar, dass niemand vergessen wird.








