Kinderyoga klingt für viele Lehrkräfte nach Matten, Turnhalle und einer Zusatzausbildung. Dabei braucht es für den Einstieg nichts davon. Ein paar einfache Haltungen, eine ruhige Stimme und fünf Minuten am Tag reichen, um der Klasse eine echte Pause zu schenken. Gerade unruhige Gruppen profitieren davon, weil Yoga Bewegung und Ruhe verbindet.
Was Kinderyoga von Bewegungspausen unterscheidet
Bewegungspausen bringen Energie in die Klasse. Kinderyoga holt sie wieder herunter. Die Haltungen werden langsam eingenommen und kurz gehalten, die Kinder achten auf ihren Atem und ihren Körper. Das schult Körperwahrnehmung, Gleichgewicht und Konzentration. Beides ergänzt sich gut: Nach einer wilden Runde Stopp-Tanz bringt eine kurze Yogafolge die Klasse zurück in den Lernmodus.

Fünf Haltungen für den Einstieg
Diese Übungen funktionieren im Stehen oder direkt neben dem Stuhl:
- Der Baum: Auf einem Bein stehen, den anderen Fuß an Knöchel oder Wade legen, die Arme wie Äste nach oben strecken.
- Der Berg: Fest auf beiden Füßen stehen, die Arme hängen locker. Die Kinder stellen sich vor, sie wären ein großer, ruhiger Berg.
- Die Katze: Mit den Händen auf dem Tisch abstützen und den Rücken abwechselnd rund und hohl machen.
- Der Stern: Beine weit auseinander, Arme seitlich ausstrecken und ganz groß werden.
- Die schlafende Maus: Am Platz sitzen, den Kopf auf die verschränkten Arme legen und fünf Atemzüge lang ruhig atmen.

Mit Geschichten geht es leichter
Kinder lassen sich besonders gut auf Yoga ein, wenn die Haltungen in eine kleine Geschichte eingebettet sind. Statt „Jetzt machen wir den Baum“ heißt es dann: „Wir wandern durch den Winterwald. Plötzlich stehen wir vor einer großen Tanne.“ Aus einzelnen Übungen wird eine Reise, und auch Kinder, die sich sonst zurückhalten, machen mit.
Solche Yoga-Reisen lassen sich gut an die Jahreszeit anpassen: Im Herbst fallen Blätter und Igel rollen sich ein, im Winter wird geschlittert und Schneeflocken fallen leise. Das kostenlose Poster „Yoga-Reise durch den Winterwald“ in der Themenwelt Bewegung zeigt so eine Reise auf einen Blick und kann im Klassenraum hängen bleiben.
Tipps für den Alltag
- Feste Zeit wählen: Nach der großen Pause oder vor einer Klassenarbeit wirkt Yoga besonders gut.
- Klein anfangen: Drei Haltungen reichen. Lieber jeden Tag kurz als einmal pro Woche lang.
- Nichts erzwingen: Kinder, die nicht mitmachen möchten, dürfen zuschauen. Oft steigen sie nach ein paar Tagen von selbst ein.
- Ohne Leistung: Beim Yoga gibt es kein Richtig oder Falsch. Wer wackelt, macht trotzdem alles richtig.
Wer das ganze Jahr über abwechseln möchte, findet in der Themenwelt Hefte mit Bewegungspausen und Kinderyoga für Herbst, Winter, Frühling und Sommer, jeweils mit eigenen Übungen.
Material für deinen Unterricht
- Yoga-Reise durch den Winterwald Poster · Kita bis Klasse 4
- Herbstliche Bewegungspausen und Kinderyoga Bewegungspausen · Klasse 1 bis 4
- Jahreszeiten-Paket Paket · Klasse 1 bis 4
Häufige Fragen
Brauche ich für Kinderyoga eine Ausbildung?
Für einfache Haltungen im Klassenraum nicht. Wichtig ist, ruhig anzuleiten und keine Übung zu erzwingen, die Kindern Schmerzen bereitet.
Ab welchem Alter eignet sich Kinderyoga?
Schon in der Kita. In der Grundschule funktioniert es in allen Klassenstufen, ältere Kinder dürfen Haltungen auch selbst anleiten.
Brauche ich Yogamatten?
Nein. Viele Übungen gehen im Stehen oder am Platz. Für Haltungen auf dem Boden reicht ein Teppich im Sitzkreis.








